{"id":6283,"date":"2024-05-29T11:46:57","date_gmt":"2024-05-29T09:46:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/?p=6283"},"modified":"2024-05-29T11:46:11","modified_gmt":"2024-05-29T09:46:11","slug":"screen-tearing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/tipps-und-tricks\/screen-tearing\/","title":{"rendered":"Screen-Tearing: Definition und Problembehandlung"},"content":{"rendered":"<p>Vermutlich haben es die meisten Gamer schon irgendeinmal selbst mit eigenem Auge sehen k\u00f6nnen: Das Bild, das auf dem Bildschirm dargestellt wird, wirkt gleichsam \u201ezerrissen\u201c oder \u201ezerhackt\u201c. Dieses Ph\u00e4nomen wird in der Fachsprache \u201eScreen-Tearing\u201c genannt<!--more-->, was man ins Deutsche mit \u201eZerrei\u00dfen des Bildschirms\u201c wiedergeben k\u00f6nnte. Aber keine Angst: Screen-Tearing ist weder ein Anzeichen, dass am Bildschirm oder am Computer etwas kaputt ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_6285\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6285\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6285\" src=\"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1146783260.jpg\" alt=\"screen tearing\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1146783260.jpg 800w, https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1146783260-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1146783260-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><p id=\"caption-attachment-6285\" class=\"wp-caption-text\">Gorodenkoff\/shutterstock.com<\/p><\/div>\n<p>Die Ursache dieses Effekts liegt ganz grob gesprochen vielmehr darin, dass sich die einzelnen Komponenten &#8211; meist Grafikprozessor (GPU) und Bildschirm &#8211; nicht v\u00f6llig synchron verhalten. Um die Ursache und das Entstehen des \u201eScreen-Tearing\u201c-Effekts besser verstehen zu k\u00f6nnen, ist es notwendig, sich zun\u00e4chst einen \u00dcberblick dar\u00fcber zu verschaffen, wie die Darstellung eines bewegten Bildes am Bildschirm \u00fcberhaupt zustande kommt.<\/p>\n<h2>Warum und wann kommt es zum Screen-Tearing?<\/h2>\n<p>Die Frage, wieviele FPS in welcher Qualit\u00e4t tats\u00e4chlich auf dem Bildschirm dargestellt werden, entscheidet sich im Grunde genommen durch drei limitierende und ausschlaggebende Faktoren: Die GPU (Grafikprozessor), den Monitor und das Medium selbst, das dargestellt werden soll (Film,Videospiel usw.). Im Idealfall verhalten sich diese drei Faktoren synchron bzw. sind aufeinander abgestimmt. Ein Beispiel einer solchen Idealsituation: Der Bildschirm ist in der Lage 60 Bilder pro Sekunde darzustellen &#8211; er besitzt also eine Bildwiederholrate bzw. Auffrischungsrate (Refresh-rate) von 60 Bildern pro Sekunde (= 60 Hertz bzw. 60hz).<\/p>\n<p>Ebenso ist die GPU in der Lage, verl\u00e4sslich und konstant 60 FPS des Videospiels pro Sekunde zu rendern, also 60 Bilder pro Sekunde zu berechnen und an den Monitor weiterzuleiten. Und auch das Videospiel kann in 60 FPS dargestellt werden. In einem solchen Idealfall haben sich also die drei wesentlichen Komponenten bei der Darstellung einer fl\u00fcssigen Bewegung am Monitor auf 60 FPS \u201egeeinigt\u201c: es werden genauso viele \u201eFrames\u201c gerendert und an den Monitor geliefert, wie dieser pro Sekunde darstellen kann &#8211; ein idealer Ablauf, den es in der Praxis aber nicht immer gibt, zumal Gamer gerne so viele FPS wie nur m\u00f6glich am Bildschirm sehen m\u00f6chten und zumal bei anspruchsvollen Videospielen mit maximalen Details und maximaler Aufl\u00f6sung die Bildrate auch schon mal leicht unter die 60 FPS fallen kann. Der Idealfall einer immer konstanten Bildrate wird also in der Praxis nach oben und nach unten hin durchbrochen.<\/p>\n<h3>Die m\u00f6glichen Ursachen<\/h3>\n<p>Zum Screen-Tearing kommt es nun dadurch, dass auf dem Bildschirm auf einer Bildschirmh\u00e4lfte noch das Frame \u201ex\u201c dargestellt wird, w\u00e4hrend auf der \u00fcbrigen Bildschirmh\u00e4lfte schon das n\u00e4chste Frame \u201ex+1\u201c zu sehen ist. Das passiert dann, wenn die GPU bereits ein weiteres Frame an den Bildschirm gesendet hat, obwohl dieser daf\u00fcr noch nicht bereit ist. Es kollidieren dann sozusagen zeitlich gesehen zwei Frames bei der Darstellung am Bildschirm und die Folge ist eine Art \u201eDoppeldarstellung\u201c zweier verschiedener Frames, die versuchen sich zeitgleich den Bildschirm zu teilen.<\/p>\n<p>Diese Teilung kann vom Beobachter bzw. vom Gamer deutlich durch eine Art \u201eRiss\u201c auf dem Bildschirm wahrgenommen werden, n\u00e4mlich an der Stelle, wo die Darstellung des einen Frame mit der Darstellung des n\u00e4chsten zusammenst\u00f6\u00dft. Die zwei Frames werden also nur fragmentarisch am Bildschirm dargestellt, weil sie sich den Bildschirm zeitgleich teilen m\u00fcssen. Dadurch wirkt das Bild \u201ezerrissen\u201c. Und genau dieses Geschehen wird als Screen-Tearing bezeichnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_6286\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6286\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6286\" src=\"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1666181722.jpg\" alt=\"ego shooter gaming\" width=\"800\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1666181722.jpg 800w, https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1666181722-300x179.jpg 300w, https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shutterstock_1666181722-768x457.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><p id=\"caption-attachment-6286\" class=\"wp-caption-text\">guteksk7\/shutterstock.com<\/p><\/div>\n<h3>Wie kann Screen-Tearing vermieden bzw. behoben werden?<\/h3>\n<p>Ein Grund f\u00fcr das Auftreten von Screen-Tearing kann in einer falschen Einstellung der Bildschirmaufl\u00f6sung liegen. Ist die native Bildschirmaufl\u00f6sung des Monitors h\u00f6her als die tats\u00e4chliche Aufl\u00f6sung der dargestellten Frames, kann dieser Umstand aufgrund einer \u00fcberschie\u00dfenden Bildrate zu Screen-Tearing f\u00fchren. Die L\u00f6sung liegt hier in der Anpassung der Aufl\u00f6sung der wiedergegebenen Bilder. Auftretende Screen-Tearing-Effekte k\u00f6nnen manchmal auch durch ein Update des Grafikkarten-Treibers behoben werden, da ein mangelhaft optimierter GPU-Treiber Ursache f\u00fcr Screen-Tearing sein kann. Ebenso kann das Aktivieren oder Deaktivieren des \u201eGame-Mode\u201c im Windows-Betriebssystem eventuell auftretendes Screen-Tearing beseitigen. Im aktivierten Game-Mode werden alle laufenden Prozesse zugunsten des Videospiels optimiert.<\/p>\n<h3>Weitere Tipps<\/h3>\n<p>Zudem wurden einige Technologien entwickelt, um dem Screen-Tearing-Effekt entgegenzuwirken: Zu nennen w\u00e4re hier zun\u00e4chst Nvidia\u2018s VSync (vertikale Synchronisation). Mit der Einstellung \u201eVSync on\u201c wird die Bildrate der GPU nach oben hin begrenzt und der Bildwiederholrate des Bildschirms angepasst. Damit wird eine \u00fcberschie\u00dfende Bildrate der GPU vermieden, die Ursache f\u00fcr ein Screen-Tearing sein kann. Mit VSync wird daher die GPU \u201egezwungen\u201c nur in einem ganz bestimmten Takt Frames an den Monitor zu senden.<\/p>\n<p>Allerdings kann bei VSync eine Art \u201eBild-Stottern\u201c (Stuttering) auftreten, n\u00e4mlich dann, wenn die GPU das neue Bild (Frame x+1) noch nicht fertig gerendert hat, aber der Monitor, der auf eine konstante Bildwiederholrate eingestellt ist, bereits das n\u00e4chste Frame verlangt; in diesem Fall \u00fcberspringt der Monitor das noch nicht fertig gerenderte Frame (x+1) und geht direkt zum n\u00e4chsten Frame (x+2) \u00fcber. Das Frame \u201ex+1\u201c f\u00e4llt \u201eunter den Tisch\u201c und dies nimmt der Beobachter als Bild-Stottern bzw. \u201eRuckeln\u201c war.<\/p>\n<h3>Screen-Tearing: GSync &amp; Co.<\/h3>\n<p>Seit einigen Jahren wird in einigen Bildschirmen (Monitore und TVs) eine Technik implementiert, die eine variable bzw. adaptive Bildwiederholrate erm\u00f6glicht. Dabei gleicht sich die Bildwiederholrate des Bildschirms dynamisch an diejenige des ausgebenden Ger\u00e4ts an. Das verhindert nicht nur Screen-Tearing, sondern f\u00fchrt im Allgemeinen zu einer fl\u00fcssigeren und gleichm\u00e4\u00dfigeren (\u201eRuckeln\u201c wird dadurch auch vermieden) Darstellung der Frames. Bei Nvidia hei\u00dft diese Technologie \u201eGSync\u201c im Fall von AMD \u201eFreeSync\u201c, wobei auch GPUs von Nvidia den FreeSync-Standard unterst\u00fctzen. Auf die Diskussion, welcher Standard in der Praxis die bessere Umsetzung liefert, kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden.<\/p>\n<h3>Bewegte Bilder am Monitor: Das Daumenkino f\u00fcr Gamer<\/h3>\n<p>Als bewegtes Bild wird eine rasche Abfolge mehrerer Bilder (eines Bewegungsablaufs) bezeichnet, durch deren Anzeige f\u00fcr den Betrachter der Eindruck einer fl\u00fcssigen Bewegung entsteht. Vielleicht haben diesen Effekt viele schon in ihrer Kindheit selbst ausprobiert: Malt man ein Strichm\u00e4nnchen in die Ecke eines B\u00fcchleins und ver\u00e4ndert man bei jeder neuen Darstellung auf der n\u00e4chsten Seite die Position der H\u00e4ndchen und Beinchen des M\u00e4nnchens ein wenig, hat man beim z\u00fcgigen Durchbl\u00e4ttern der Ecken den Eindruck, als ob sich das Strichm\u00e4nnchen tats\u00e4chlich bewegen w\u00fcrde (im Deutschen sind daf\u00fcr die Bezeichnungen \u201eTaschenkino\u201c oder \u201eDaumenkino\u201c gebr\u00e4uchlich).<\/p>\n<p>Nach genau dem gleichen Prinzip funktioniert die Darstellung fl\u00fcssiger Bewegungsabl\u00e4ufe in Videos, Computerspielen oder sonstigen Animationen auf einem Bildschirm: Bewegungsabl\u00e4ufe werden in Einzelbilder unterteilt und so schnell am Bildschirm wiedergegeben, dass der Betrachter den Eindruck einer fl\u00fcssigen Bewegung erh\u00e4lt.<\/p>\n<h3>So wichtig sind FPS<\/h3>\n<p>F\u00fcr den Film gen\u00fcgen dabei im Regelfall schon 24 Bilder pro Sekunde (Frames per Second = FPS) um dem menschlichen Auge den Eindruck eines fl\u00fcssigen und realistischen Bewegungsablaufes zu vermitteln. In Videospielen gibt man sich mit den 24 FPS nicht zufrieden, denn hier interagiert der Beobachter ja mit dem Dargestellten; der Zeitabstand zwischen einer Eingabe (bspw. durch eine Mausbewegung) und der Auswirkung am Bildschirm soll so gering gehalten werden wie m\u00f6glich. Viele FPS erm\u00f6glichen also nicht nur einen kompetitiven Vorteil im Spiel gegen andere, sondern vermitteln auch einen runderen und fl\u00fcssigeren Bewegungsablauf.<\/p>\n<p>Ein \u201eMehr\u201c bedeutet f\u00fcr das Spielerlebnis bzw. Eindruck des Betrachters aber nicht immer alles! Das gilt auch f\u00fcr FPS &#8211; entscheidend f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Spielerlebnisses ist nicht nur die Anzahl der Frames, die pro Sekunde dargestellt werden, sondern vor allem auch ihre Qualit\u00e4t (Detailsch\u00e4rfe, Aufl\u00f6sung und ob die Frames auch einwandfrei dargestellt werden) und die Regelm\u00e4\u00dfigkeit ihrer Wiedergabe. Werden einzelne Frames nur unzureichend dargestellt, fallen einige \u201eunter den Tisch\u201c und werden am Bildschirm nicht wiedergegeben oder \u00fcberschneiden sich einzelne Bilder, dann kann dadurch das Spielerlebnis weit mehr darunter leiden als durch eine niedrige Bildrate.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich haben es die meisten Gamer schon irgendeinmal selbst mit eigenem Auge sehen k\u00f6nnen: Das Bild, das auf dem Bildschirm dargestellt wird, wirkt gleichsam \u201ezerrissen\u201c oder \u201ezerhackt\u201c. Dieses Ph\u00e4nomen wird in der Fachsprache \u201eScreen-Tearing\u201c genannt<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6285,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[57],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6283"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6283"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6283\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6288,"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6283\/revisions\/6288"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tec-trends.de\/tec\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}