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Video-on-Demand Markt wächst – Netflix greift an

Egal ob Netflix, Watchever, Amazon, Sky oder Apple iTunes, der VoD-Markt boomt und bietet reizvolle Absatzchancen. Eine Übersicht zur aktuellen Situation von Video-on-Demand-Diensten.

VoD-Anbieter rüsten sich zum Kampf

Deutschland ist Schauplatz eines Kampfes der Giganten. Der vielversprechende VoD-Markt hat die Aufmerksamkeit des globalen Platzhirschen Netflix auf sich gezogen – er hat seine Ankunft kundgetan. Hiesige Anbieter rüsten sich – sie überprüfen ihr Geschäftsmodell und verbessern es.

Der Ort der digitalen Kämpfe

Der Markt hierzulande ist vielversprechend. Ein stetiger Ausbau des schnellen Internets schafft die nötige Infrastruktur für Video-on-Demand-Dienste, zudem sind mehr Menschen online. Beispielhaft ist der andauernde Siegeszug des Online-Shoppings: 51 Millionen Deutsche kauften 2013 digital ein. Vor allem die Altersgruppe 65+ legte im Vergleich zu vergangenen Jahren zu. 88 Prozent der Senioren, die im Internet aktiv sind, nutzen die bequeme Variante des Online-Kaufs. Es ist nicht verwunderlich, dass sich der Markt für Videos nun ins Internet verlagert.

Die Prognosen für den Video-on-Demand-Markt sind vielversprechend. Das House of Research und Goldmedia haben diesbezüglich Prognosen veröffentlicht. Beide zusammen betrachtet wird in diesem Jahr ein Umsatz von 200–275 Millionen Euro erwartet. Dieser soll in den nächsten Jahren noch steigen. Goldmedia geht im Jahr 2017 von einem Volumen von 357 Millionen aus, wohingegen die Prognose vom House of Research im selben Jahr ein Volumen von 437 Millionen beträgt. In den nächsten drei Jahren soll der Markt um 100 Prozent wachsen.

Prof. Dr. Klaus Goldhammer, der Geschäftsführer von Goldmedia, schätzt die Lage um den deutschen Markt wie folgt ein: „2014 wird der deutsche VoD-Markt berechenbarer, attraktiver und damit auch wettbewerbsintensiver. Gute Voraussetzungen für den Durchbruch in Richtung Massengeschäft.“ Und die Ankündigung des amerikanischen Herausforderers Netflix unterstreicht diese Einschätzung zusätzlich.

Netflix trifft auf weitere große Player

Noch sind keine Details bekannt. Netflix hat per Pressemitteilung verlauten lassen, dass es eine zweite Europa-Expansion geben wird, die diesmal auch den deutschen Markt mit einschließt. In der Mitteilung heißt es weiter, dass es Details zum Programm, zum Preis und den unterstützen Endgeräten erst zu einem späteren Zeitpunkt geben werde. Doch die Nachricht an sich sorgt bereits für Unruhe, denn Netflix ist nicht irgendwer. Mit über 48 Millionen Abonnenten in über 40 Ländern ist das US-Unternehmen ein globaler Kämpfer. Er bietet unbegrenzten Zugang zu Filmen mit einer Flatrate an, die etwa so viel kostet wie eine Kinokarte.

Doch der globale Player trifft in Deutschland auf Mitstreiter ähnlichen Ausmaßes. Amerikanische Anbieter wie Amazon und Apple sind vertreten, deutsche Unternehmen wie ProSiebenSat1 Media oder die Deutsche Telekom und der französische Vivendi-Konzern ebenfalls.Jedoch unterscheiden sich die Angebote im Umfang und Preis. So bieten Apples iTunes und Videoload von der Telekom einen individuellen Preis pro Film an. Maxdome von ProSiebenSat1 und Amazons Prime Instant Video bieten zudem auch ein Flatrate-Modell an, das dem Netflix-Angebot ähnelt. Am ehesten ist jedoch das Angebot von Vivendis WATCHEVER mit dem des amerikanischen Herausforderers vergleichbar. Hier gibt es eine günstige Flatrate und unbegrenzten Zugang zum Angebot von Serien und Filmen.

Amazon hat neulich seinen Dienst umgestaltet. Ein neuer Name und ein zusammengeführtes Angebot sollen die Gunst der Kunden wecken. Auch WATCHEVER rührt fleißig die Werbetrommel und versucht, sich weiterhin auf dem deutschen Markt zu etablieren. Der Dienst ist 2013 gestartet und seitdem in aller Munde. Es bleibt abzuwarten, ob diese Vorbereitungen ausreichen, um den Angriff zu überstehen.

Kleinere Anbieter kämpfen mir anderen Waffen

Es gibt eine Reihe von kleineren Anbietern, die ihrerseits versuchen, ihre Nische zu finden. Mubi versucht zum Beispiel, mit Kultfilmen, Klassikern, Independents und Festival-Hits aus der ganzen Welt, Filmfans zu begeistern. Dirk Martens, Geschäftsführer des House of Research, schätzt die Chancen kleinerer Anbieter wie folgt ein: „Auch Anbieter, die sich klar auf die Zielgruppe konzentrieren, die ihre Nutzer mit guter Usability und individuell passenden Empfehlungen durch den Inhalte-Dschungel leiten, haben sehr gute Chancen.“

Der heiß umkämpfte deutsche Markt wird der Ort sein, an dem sich die Giganten begegnen. Es gilt das Gesetz des Stärkeren: Wer hat die besseren Waffen, die besseren Lizenzrechte? Wer hat finanziell den längeren Atem? Verbraucher können von diesem Kampf nur profitieren. Dieses und die nächsten Jahre werden spannend – es gilt, aufmerksam Angebote und Preise zu vergleichen. Eine Möglichkeit VoD auf Ihren Fernseher zu streamen, finden Sie hier.

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